Samstag, 30. August 2014

28. August 2012 - Geistig und köperlich

Seltsame Erfahrungen habe ich gemacht

„Die (schöne) Welt als (mein) Wille und (meine) Vorstellung“ fand nur in meinem Kopf statt, in meinen Gedanken. 

Siehe: mein Gedanke, ich könnte als 20-Jähringer ein kluger Jesuit werden - und ein katholischer Priester werden – ohne fleischige „Sünde“. 

Aber - ich wurde nur schnöder und manchmal schöner und mäßig kluger SPD’ler und Jungsozialist - als 18, 19, 20 Jahren.

Meine “Gedanken” haben damals locker und leicht beieinander gewohnt, doch hart haben sich meine “Sachen” im Raume  gestoßen. Das war eine sehr deutliche und klare Erkenntnis. 

Wie diese etwa auch – aus dem Literaturunterricht:  Die gleißende und helle und richtige Wahrheit ist ein Privileg  für die Götter (Lessing). Der Mensch wird in der reinen Wahrheit der Götter schnell verbrennen.  Der Mensch hat in seiner Hilflosigkeit nun die Möglichkeit, sich der irdischen Wahrheit langsam und vorsichtig anzunähern – und er wird diese Wahrheit aber nie erreichen.

So ist es auch mit der „Liebe“ - ob geistig und körperlich. 

Was sich im ersten Moment als flammende Liebe erscheint, das ist oft nur ein Strohfeuer. Ja – es kann sich sogar als das Gegenteil herausstellen.  Und es kommt dann sehr schnell der Augenblick, wo die Figur, das Lächeln, die Haare, die Haut, die Augen, die Beine , die Hüften – alles , was zuvor leuchtete und schön schien – alles das ist  nur noch ist hässlich und übel und verachtenswert. 

Wie heißt es bei einer Büchner-Großmutter-Geschichte so schön  – der Mensch ist halt ein „arm Kind“:

„Es war einmal ein arm Kind und hat kein Vater und keine Mutter, war alles tot und war niemand mehr auf der Welt. Alles tot, und es ist hingegangen und hat gesucht Tag und Nacht. Un weil auf der Erde niemand mehr war, wollt`s in Himmel gehen, und der Mond guckt es so freundlich an; und wie es endlich zum Mond kam, war`s ein Stück faul Holz. Und da es zur Sonn gangen, und wie es zur Sonn kam wars ein verwelkt Sonneblum. Und wies zu den Sternen kan warens kleine goldne Mücken, die waren angesteckt wie der Neuntöter sie auf die Schlehen steckt. Und wies wieder auf die Erde wollte, war die Erde ein umgstürtzer Hafen. Und war ganz allein, und da hat sichs hingesetzt und geweint, und da sitzt es noch und ist ganz allein.“


Das ist deutscher “Nihilismus” pur – aber so ist der Lebenslauf halt; wenn nicht die Hoffnung wäre. 

Es kommt bei vielen Menschen der Punkt, in dem die Sehnsucht stark wird, sich auszuruhen: Vom harten Leben auf Erden, vom Siegen/Verlieren, von Gut und Böse ... 

Und diese ewige Sache mit der Liebe ist sehr, sehr fraglich:

- dient sie nur der Fortpflanzung?

- und wenn sich ein Liebender nicht in seiner Liebe zu einem Geliebten machen kann, ist dann seine Liebe für ihn nicht nur ein großes Unglück?

Fragen, bei denen viele sehr gern wegducken... ist ja auch bequemer. In der gemütlichen Wärme der Lüge lässt es sich besser und bequemer leben ... siehe die schönen Diktaturen in Deutschland.

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