Seltsame Erfahrungen habe ich gemacht
„Die (schöne) Welt
als (mein) Wille und (meine) Vorstellung“ fand nur in meinem Kopf statt, in meinen
Gedanken.
Siehe: mein Gedanke, ich könnte als 20-Jähringer ein kluger Jesuit
werden - und ein katholischer Priester werden – ohne fleischige „Sünde“.
Aber
- ich wurde nur schnöder und manchmal schöner und mäßig kluger SPD’ler und Jungsozialist - als 18, 19, 20 Jahren.
Meine “Gedanken” haben damals locker und
leicht beieinander gewohnt, doch hart haben sich meine “Sachen” im Raume
gestoßen. Das war eine sehr deutliche und klare Erkenntnis.
Wie diese etwa auch – aus dem Literaturunterricht: Die gleißende und helle und richtige Wahrheit ist
ein Privileg für die Götter (Lessing). Der Mensch wird in der reinen
Wahrheit der Götter schnell verbrennen.
Der Mensch hat in seiner Hilflosigkeit nun die Möglichkeit, sich der irdischen Wahrheit langsam und vorsichtig anzunähern – und er wird diese
Wahrheit aber nie erreichen.
So ist es auch mit der „Liebe“ - ob geistig und
körperlich.
Was sich im ersten Moment
als flammende Liebe erscheint, das ist oft nur ein Strohfeuer. Ja – es kann
sich sogar als das Gegenteil herausstellen.
Und es kommt dann sehr schnell der Augenblick, wo die Figur, das
Lächeln, die Haare, die Haut, die Augen, die Beine , die Hüften – alles , was
zuvor leuchtete und schön schien – alles das ist nur noch ist hässlich
und übel und verachtenswert.
Wie heißt es bei einer
Büchner-Großmutter-Geschichte so schön – der Mensch ist halt ein „arm
Kind“:
„Es war einmal ein arm Kind und hat kein
Vater und keine Mutter, war alles tot und war niemand mehr auf
der Welt. Alles tot, und es ist hingegangen und hat gesucht Tag und Nacht. Un weil auf der Erde
niemand mehr war, wollt`s in Himmel gehen, und der Mond guckt es so freundlich
an; und wie es endlich zum Mond kam, war`s ein Stück faul Holz. Und da es zur Sonn
gangen, und wie es zur Sonn kam wars ein verwelkt Sonneblum. Und wies zu den
Sternen kan warens kleine goldne Mücken, die waren angesteckt wie der Neuntöter
sie auf die Schlehen steckt. Und wies wieder auf die Erde wollte, war die Erde
ein umgstürtzer Hafen. Und war ganz allein, und da hat sichs hingesetzt und
geweint, und da sitzt es noch und ist ganz allein.“
Das ist deutscher “Nihilismus” pur – aber
so ist der Lebenslauf halt; wenn nicht die Hoffnung wäre.
Es kommt bei vielen
Menschen der Punkt, in dem die Sehnsucht stark wird, sich auszuruhen: Vom
harten Leben auf Erden, vom Siegen/Verlieren, von Gut und Böse ...
Und diese
ewige Sache mit der Liebe ist sehr, sehr fraglich:
- dient sie nur der Fortpflanzung?
- und wenn sich ein Liebender nicht in
seiner Liebe zu einem Geliebten machen kann, ist dann seine Liebe für ihn nicht
nur ein großes Unglück?
Fragen, bei denen viele sehr gern
wegducken... ist ja auch bequemer. In der gemütlichen Wärme der Lüge lässt es
sich besser und bequemer leben ... siehe die schönen Diktaturen in Deutschland.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen